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Der Schweizer Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Zwar suchen viele Unternehmen weiterhin qualifizierte Fachkräfte, doch gleichzeitig sinkt die Bereitschaft vieler Arbeitnehmender, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Sicherheit, Unternehmenskultur und Entwicklungsmöglichkeiten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Was bewegt Fachkräfte heute wirklich? Und wie können Unternehmen die richtigen Talente erreichen?
3. August 2026
Die eigene Stelle ist sicher, solange nichts anderes kommuniziert wird. Davon gingen viele Arbeitnehmende lange aus. Doch diese Gewissheit gerät zunehmend ins Wanken.
Unternehmen bauen teilweise überraschend Stellen ab, reorganisieren Geschäftsbereiche oder verlagern Aufgaben. Gleichzeitig verändern Digitalisierung und künstliche Intelligenz bestehende Tätigkeitsprofile. Selbst wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen überprüfen Strukturen, Prozesse und Personalbestände.
Für Fachkräfte entsteht damit eine neue Ausgangslage: Soll ich bei meinem Arbeitgeber bleiben oder mich vorsorglich nach neuen Möglichkeiten umsehen?
Dabei geht es nicht darum, bei jeder Veränderung sofort einen Stellenwechsel anzustreben. Vielmehr wird es wichtiger, die eigene berufliche Situation regelmässig zu überprüfen und Alternativen zu kennen.
Ein Stellenabbau trifft nicht immer nur Unternehmen, die wirtschaftlich unter Druck stehen. Auch profitable Firmen reorganisieren, automatisieren Prozesse, reduzieren Hierarchiestufen oder konzentrieren sich auf neue Geschäftsfelder. Für Mitarbeitende können solche Entscheidungen überraschend kommen.
Eine langjährige Betriebszugehörigkeit, gute Leistungen oder eine verantwortungsvolle Position bieten nicht automatisch die Sicherheit, die viele damit verbinden.
Das verändert die Wahrnehmung des eigenen Arbeitsplatzes. Die Frage lautet zunehmend nicht nur:
„Bin ich mit meiner Stelle zufrieden?“
Sondern auch:
„Wie zukunftssicher sind meine Aufgabe und meine Position?“
Gerade in unsicheren Zeiten spricht vieles dafür, beim vertrauten Arbeitgeber zu bleiben. Man kennt das Unternehmen, die Aufgaben, das Team und die Führungskräfte. Vielleicht stimmen Lohn, Arbeitsbedingungen und Arbeitsweg. Ein Stellenwechsel bringt dagegen immer auch Unbekanntes mit sich. Gleichzeitig kann zu langes Abwarten zum Risiko werden.
Wer sich erst mit dem Arbeitsmarkt beschäftigt, nachdem eine Reorganisation oder Kündigung angekündigt wurde, muss häufig unter Zeitdruck handeln.
Deshalb entsteht eine neue Form der Wechselbereitschaft: Fachkräfte müssen nicht aktiv auf Stellensuche sein, um offen für neue Möglichkeiten zu sein.
Nicht unzufrieden – aber offen für Alternativen
Zwischen «Ich möchte bleiben» und «Ich suche einen neuen Job» gibt es eine grosse Gruppe von Fachkräften.
Sie sind mit ihrer aktuellen Situation grundsätzlich zufrieden, beobachten aber aufmerksam, wie sich ihr Unternehmen, ihre Branche und ihr Beruf entwickeln.
Diese Fachkräfte:
• verfolgen Veränderungen im eigenen Unternehmen
• beobachten den Arbeitsmarkt
• interessieren sich für neue Tätigkeitsfelder
• investieren in ihre Kompetenzen
• pflegen ihr berufliches Netzwerk
• sind offen für interessante Angebote
Das ist keine fehlende Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber. Es ist zunehmend ein Bestandteil einer vorausschauenden Karriereplanung.
Ein höherer Lohn allein ist für viele nicht mehr ausschlaggebend. Ein Stellenwechsel muss einen erkennbaren Mehrwert bieten – gerade wenn dafür eine sichere und bekannte Arbeitsumgebung aufgegeben wird.
Wichtige Faktoren sind beispielsweise:
• interessante und sinnvolle Aufgaben
• langfristige berufliche Perspektiven
• wertschätzende Führung
• eine glaubwürdige Unternehmenskultur
• flexible Arbeitsmodelle
• Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten
• Arbeitsplatzsicherheit
• eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben
Die entscheidende Frage lautet deshalb häufig:
„Ist die neue Stelle langfristig besser für meine berufliche Zukunft?“
Die vielleicht wichtigste Form beruflicher Sicherheit ist heute nicht mehr ausschliesslich ein sicherer Arbeitsplatz. Es ist die Fähigkeit, auch morgen auf dem Arbeitsmarkt gefragt zu sein. Dazu gehören Fachwissen und Berufserfahrung genauso wie neue Kompetenzen. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und veränderte Geschäftsmodelle sorgen dafür, dass sich Berufsbilder schneller entwickeln.
Fachkräfte sollten sich deshalb regelmässig fragen:
• Welche meiner Kompetenzen werden in drei oder fünf Jahren noch gefragt sein?
• Welche neuen Fähigkeiten sollte ich aufbauen?
• Wie attraktiv ist mein Profil ausserhalb meines heutigen Unternehmens?
• Welche beruflichen Alternativen hätte ich, wenn meine heutige Stelle wegfallen würde?
Wer diese Fragen beantworten kann, gewinnt Handlungsspielraum.
Ein interessanter Wandel findet auch beim klassischen Verständnis der Stellensuche statt.
Früher war der Ablauf häufig klar:
Unzufriedenheit → Stellensuche → Bewerbung → neuer Arbeitgeber.
Heute kann der Prozess anders aussehen:
Zufrieden im Job → offen für Möglichkeiten → passende Chance kennenlernen → vergleichen → bewusst entscheiden.
Damit gewinnt der sogenannte verdeckte Arbeitsmarkt an Bedeutung. Viele interessante Fachkräfte sind nicht auf Stellenportalen aktiv und schreiben keine Bewerbungen. Sie sind dennoch bereit, über eine neue berufliche Möglichkeit zu sprechen, wenn Aufgabe, Unternehmen und Rahmenbedingungen überzeugen.
Die wachsende Unsicherheit betrifft nicht nur Arbeitnehmende.
Unternehmen stehen vor einer paradoxen Situation: Einerseits werden Stellen abgebaut oder Strukturen angepasst, andererseits fehlen in vielen Bereichen weiterhin qualifizierte Fachkräfte. Für HR und Führungskräfte wird es deshalb wichtiger, Mitarbeitenden nachvollziehbare Perspektiven aufzuzeigen.
Wer gute Fachkräfte halten möchte, sollte transparent kommunizieren:
• Wie entwickelt sich das Unternehmen?
• Welche Kompetenzen werden künftig benötigt?
• Welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen?
• Wie verändern Digitalisierung und KI bestehende Aufgaben?
• Welche Perspektiven haben Mitarbeitende im Unternehmen?
Unsicherheit entsteht nicht nur durch Veränderungen. Sie entsteht insbesondere dann, wenn Mitarbeitende nicht wissen, was Veränderungen für sie persönlich bedeuten.
Für Fachkräfte bedeutet die aktuelle Entwicklung nicht, permanent nach einer neuen Stelle suchen zu müssen. Es bedeutet vielmehr, die Verantwortung für die eigene berufliche Zukunft stärker selbst zu übernehmen. Dazu gehört, das eigene Kompetenzprofil aktuell zu halten, Entwicklungen im Beruf zu verfolgen, Weiterbildung ernst zu nehmen und den Arbeitsmarkt zu kennen. Wer erst aktiv wird, wenn die Kündigung auf dem Tisch liegt, verliert wertvolle Zeit.
Wer dagegen seine Möglichkeiten kennt, kann aus einer Position der Stärke entscheiden:
Bleiben, weil die aktuelle Stelle weiterhin die richtige ist.
Oder:
Wechseln, weil sich eine bessere Perspektive bietet.
Die Frage «Wechsel oder bleiben?» bekommt in einem unsichereren Arbeitsmarkt eine neue Bedeutung. Stellenabbau, Reorganisationen, Digitalisierung und künstliche Intelligenz zeigen, dass selbst vermeintlich sichere Positionen Veränderungen unterliegen können. Das bedeutet nicht, dass Fachkräfte vorsorglich den Arbeitgeber wechseln sollten.
Aber es spricht dafür, die eigene berufliche Situation regelmässig zu hinterfragen.
Wie gefragt sind meine Kompetenzen? Wo entwickelt sich mein Beruf hin? Und welche Möglichkeiten hätte ich, wenn sich meine heutige Situation plötzlich verändert? Wer darauf Antworten hat, muss nicht aus Unsicherheit handeln.
Er oder sie kann bewusst entscheiden.
Genau darin liegt vielleicht die neue Form beruflicher Sicherheit: nicht unbedingt einen Job fürs Leben zu haben, sondern jederzeit gute berufliche Optionen zu besitzen.
Überzeugen Sie sich selbst und melden Sie sich sofort an. In nur wenigen Schritten sind Sie bereits startklar.
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